Steigerung der industriellen Leistung durch fortschrittliche Automatisierungssystem-Funktionalitäten
- 〡
- 〡 von WUPAMBO
Die entscheidende Rolle der Koordination zwischen Anbieter und Konstrukteur
Systemanbieter müssen während der Projektentwurfsphase eine präzise Kommunikation mit Spezialisten für Instrumentierung und Steuerung (I&C) aufrechterhalten. Diese Zusammenarbeit stellt sicher, dass der Anbieter alle spezifischen Projektanforderungen genau erfasst. Darüber hinaus benötigen Endanwenderspezialisten während der Betriebsphase klare Systeme, um Anlagen effektiv überwachen zu können. Daher verwenden Anbieter standardisierte Formate und Routinen zur Programmierung von Steuerungen, wodurch die Systemarchitektur für das Personal vor Ort transparent und zugänglich wird.
Definition der Kernfunktionen für Prozesssteuerung und Sicherheit
Moderne Industrieanlagen verlassen sich auf programmierbare Steuerungssysteme zur Verwaltung von Sicherheit und Leistung. Dazu gehören Distributed Control Systems (DCS), Safety Instrumented Systems (SIS) und Programmable Logic Controllers (PLC). Diese Systeme bieten wichtige funktionale Einrichtungen wie Hardware-Konditionierung, Vernetzung und Alarmmanagement. Zusätzlich übernehmen sie die Zeitsynchronisation und die Speicherung von Datenhistorien. Jede Einrichtung muss mit der übergeordneten Projektphilosophie übereinstimmen, um sicherzustellen, dass das Steuerungssystem weder unterdimensioniert noch für die Anwendung übermäßig komplex ist.
Standardisierung der Automatisierung mit IEC 61131-3
Der IEC 61131-3 Standard dient als universeller Maßstab für die Programmierung industrieller Automatisierungssysteme. Er definiert fünf wesentliche Programmiersprachen: Instruction List (IL), Structured Text (ST), Ladder Diagram (LD), Function Block Diagram (FBD) und Sequential Function Chart (SFC). Durch die Einhaltung dieser Standards stellen Anbieter sicher, dass ihre Hardware modellunabhängig und benutzerfreundlich bleibt. Die meisten führenden DCS-Plattformen, wie die von ABB oder Yokogawa, nutzen diese fünf Sprachen, um vielseitige Engineering-Tools für unterschiedliche Prozessanforderungen anzubieten.
Strategische Auswahl von Programmiersprachen
Ingenieure wählen häufig bestimmte Sprachen basierend auf der vorgesehenen Steuerungsanwendung aus. Zum Beispiel sind Sequential Function Charts (SFC) ideal für komplexe Ablaufsteuerungen und Chargenprozesse. Im Gegensatz dazu eignen sich Function Block Diagrams (FBD) hervorragend für analoge Regelkreise und Verriegelungslogik. Die gleichzeitige Verwendung mehrerer Sprachen ermöglicht es einem Projektteam, verschiedene funktionale Ziele effizient zu erfüllen. Meine Beobachtung vor Ort zeigt, dass die Auswahl der richtigen Sprache für die jeweilige Aufgabe die Wahrscheinlichkeit von Programmierfehlern während der Inbetriebnahme erheblich reduziert.
Umsetzung der Entwurfslogik gemäß ISA 5.2 Standards
Während der Detailplanung wandeln Anbieter Entwurfslogikdiagramme in ausführbaren Code um. Diese Verriegelungslogiken verwenden typischerweise Symbole, die durch den ISA 5.2 Standard definiert sind. Wenn der Anbieter diese Anforderungen mit FBD oder Ladder Diagrams umsetzt, ist die visuelle Ähnlichkeit zwischen dem Entwurfsdokument und der Systemlogik von Vorteil. Diese Konsistenz ermöglicht es Prozessingenieuren und Bedienern, Probleme schnell zu beheben. Zudem erleichtern diese standardisierten Darstellungen während der Factory Acceptance Tests (FAT) die Überprüfung, ob die Systemlogik den Sicherheitsanforderungen entspricht.
Erreichen von Echtzeitüberwachung und diagnostischer Klarheit
Moderne HMI (Human-Machine Interface) Grafiken verbessern die Prozessdurchsichtigkeit, indem sie direkt mit der zugrundeliegenden Logik interagieren. Beispielsweise informieren farbwechselnde Signale auf einer grafischen Anzeige die Bediener über die Gültigkeit bestimmter Funktionen oder den Status eines Sicherheitsabschaltvorgangs. Dieses Echtzeit-Feedback ist unverzichtbar, um ungeplante Ausfallzeiten zu verhindern. Ich bin der Überzeugung, dass eine „Übersichtsgrafik“, die Daten aus verschiedenen Paketsystemen konsolidiert, die beste Situationsübersicht für Anlagenleiter bietet.
Umgang mit verborgenen technischen Einschränkungen in Großprojekten
Fachkundige Spezialisten müssen „versteckte“ technische Faktoren berücksichtigen, die die Systemstabilität gefährden können. CPU-Auslastung und Ausführungszykluszeiten sind kritische Variablen, die Ingenieure oft erst in der Integrationsphase beachten. Ist die Zykluszeit zu langsam, kann das Steuerungssystem nicht schnell genug auf rasche Prozessänderungen reagieren. Daher ist ein proaktives Management dieser Parameter in groß angelegten Prozessanlagenprojekten unerlässlich, um sicherzustellen, dass das Steuerungssystem unter allen Betriebsbedingungen reaktionsfähig bleibt.
Lösungsszenario: Notabschaltung eines Kraftwerks
In einem thermischen Kraftwerk muss das Safety Instrumented System (SIS) ständig Dampfdruck und Temperatur überwachen. Durch die Verwendung von IEC 61131-3-konformen Function Block Diagrams kann der Anbieter eine mehrstufige Voting-Logik (z. B. 2oo3) implementieren. Wenn zwei von drei Sensoren einen Überdruckzustand erkennen, löst das System eine Notabschaltung aus. Die HMI zeigt die ausgelöste Logik sofort rot an, sodass der Bediener die genaue Ursache der Abschaltung innerhalb von Sekunden identifizieren kann, was sowohl Sicherheit als auch schnelle Wiederherstellung gewährleistet.
- Veröffentlicht in:
- DCS architecture
- Industrial Automation
- process safety










