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Kritische Faktoren, die zu PLC-Systemausfällen in der Industrieautomation führen

  • von WUPAMBO
Critical Factors Leading to PLC System Failures in Industrial Automation

Abmilderung von Stromversorgungsinstabilität und Spannungsspitzen

Stromprobleme sind der häufigste Auslöser für Ausfälle von Automatisierungssystemen. SPSen arbeiten typischerweise mit 230 V Wechselstrom oder 24 V Gleichstrom. Häufige Ausfälle und Spannungsspitzen können jedoch im Laufe der Zeit die interne Schaltung beeinträchtigen. Zudem führen geräuschintensive Geräte wie Frequenzumrichter (VFDs) oft schädliche Oberschwingungen in die Stromleitung ein.

Industrielle Anlagen müssen hochwertige unterbrechungsfreie Stromversorgungen (USV) verwenden, um eine konstante Spannung sicherzustellen. Außerdem kann die Installation von Einphasen-Fehlerrelais das System schützen, indem Phasenausfälle erkannt werden, bevor sie die SPS-Hardware erreichen.

Verhinderung von CPU-Überhitzung und Watchdog-Timeouts

Die CPU ist die kritischste Komponente, fällt jedoch häufig aufgrund unzureichender Wärmeableitung aus. Fehlt in einem Schaltschrank eine angemessene Belüftung, steigt die CPU-Temperatur an und kann schließlich empfindliche Mikroprozessoren beschädigen. Neben physischer Hitze können auch logische Fehler die CPU „abstürzen“ lassen.

Beispielsweise führen unendliche Logikschleifen oder zu lange Scanzeiten zu Watchdog-Timeout-Fehlern. Daher sollten Programmierer den Code optimieren, um innerhalb sicherer Zykluszeiten zu bleiben. Zudem kann das Unterbrechen der Stromversorgung während eines Firmware-Downloads den Controller dauerhaft „bricken“, weshalb eine stabile Stromversorgung während der Wartung unverzichtbar ist.

Management von I/O-Modulbelastung und Backplane-Integrität

Eingangs-/Ausgangsmodule (I/O) überbrücken die Verbindung zwischen digitaler Logik und physischen Feldgeräten. Schwache Erdung oder fehlerhafte Verkabelung führen jedoch häufig zum Ausfall dieser Module. Hochspannungs-Transienten aus dem Feld können zum Modul zurückreisen und möglicherweise die gesamte CPU-Backplane kurzschließen.

Regelmäßige Inspektionen der Klemmenblöcke sind notwendig, um lose Verbindungen zu erkennen. Ingenieure sollten daher galvanische Trennung oder Zwischenrelais verwenden, um empfindliche analoge und digitale Karten vor elektrischen Fehlern auf der Feldseite zu schützen.

Lösung von Netzwerkkarten-Ausfällen und Kommunikationslatenz

Moderne industrielle Automatisierung basiert stark auf Protokollen wie Ethernet/IP, Modbus TCP und CANOpen. Ein Ausfall des Kommunikationsports oder ein beschädigtes Netzwerkkabel führt zu sofortigem Datenverlust und Systemstillstand. Schlecht konfigurierte Gateways und Router verschärfen diese Probleme oft.

Daher sollte die Netzwerkinfrastruktur mit derselben Priorität behandelt werden wie die SPS selbst. Der Einsatz von industrietauglichen Switches anstelle von handelsüblicher Hardware erhöht die mittlere Betriebsdauer zwischen Ausfällen (MTBF) des gesamten Netzwerks erheblich.

Die verborgenen Gefahren unzureichender Erdungssysteme

Schlechte Erdung ist ein stiller Killer in Steuerungssystemen. Fast jede Komponente, von der CPU bis zur Netzwerkkarte, benötigt einen soliden Erdungspunkt. Ohne diesen kann Leckstrom durch die Hardware fließen und dauerhafte Schäden verursachen.

Darüber hinaus führt unzureichende Erdung zu elektromagnetischen Störungen (EMI). Diese Störungen verursachen häufig „Geistersiganle“ oder unregelmäßiges Verhalten bei empfindlichen analogen Sensoren. Professionelle Installationen müssen sicherstellen, dass Signal- und Schutzerdung korrekt bezogen sind, um Erdschleifen zu vermeiden.

Reduzierung menschlicher Fehler bei Programmierung und Versionskontrolle

Menschliche Fehler sind weiterhin ein wesentlicher Faktor für Systeminstabilität. Logik zu schreiben, ohne Sicherheitsverriegelungen oder zukünftige Prozessbedingungen zu berücksichtigen, kann zu katastrophalen Fehlfunktionen führen. Zudem führen schlechte Dokumentation und Versionskontrolle häufig zu Desastern.

Beispielsweise könnte ein Programmierer versehentlich ein älteres, nicht optimiertes Backup während eines Vor-Ort-Besuchs herunterladen. Um dies zu verhindern, müssen Teams strenge Versionskontrollprotokolle implementieren und stets den „Zuletzt geändert“-Zeitstempel vor dem Download überprüfen.

Lösungsszenario: Verhinderung eines Ausfalls in einer Wasseraufbereitungsanlage

In einer groß angelegten Wasseraufbereitungsanlage befinden sich SPSen oft in feuchten Umgebungen, die anfällig für elektrische Störungen sind.

  • Das Problem: Das System erlebte häufige „Watchdog“-Resets und unregelmäßige analoge Durchflussmesswerte.

  • Die Diagnose: Die Untersuchung ergab, dass nahegelegene Hochleistungspumpen Oberschwingungen in die gemeinsame Stromschiene einspeisten und der SPS-Schrank keine eigene Erdung hatte.

  • Die Lösung: Ingenieure installierten einen Trenntransformator für die SPS-Stromversorgung und eine eigene Kupfer-Erdungsgrube. Zusätzlich wurde die Logik in modulare Unterprogramme umstrukturiert, um die Scanzeit von 80 ms auf 25 ms zu reduzieren.

  • Das Ergebnis: Die Systemverfügbarkeit stieg um 40 % und die Präzision der analogen Signale verbesserte sich deutlich.


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