Verstehen der Arten von Rauschen in elektronischen Schaltungen und Steuerungssystemen
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- 〡 von WUPAMBO
Signalqualität bestimmt direkt die Messgenauigkeit und die Stabilität von Regelkreisen in industriellen Automatisierungsumgebungen. Elektronisches Rauschen führt unerwünschte stochastische Störungen in analoge Schleifen, Sensor-Rückführungsleitungen und digitale Feldbusnetzwerke ein. Das Verständnis, wie intrinsisches elektronisches Rauschen und externe elektromagnetische Störungen auftreten, ermöglicht es Steuerungsingenieuren, die Signalaufbereitung zu optimieren und empfindliche Messinstrumente effektiv abzuschirmen.
Definition von elektronischem Rauschen in industriellen Regelkreisen
Elektronisches Rauschen bezeichnet jede unerwünschte elektrische Störung, die sich auf ein primäres Informationssignal überlagert. In präzisen Messschaltungen verzerrt starkes Rauschen 4- bis 20-Milliampere-Prozesssignale und führt zu Jitter in Hochgeschwindigkeits-Digitalkommunikationen.
Rauschen entsteht durch zwei Hauptmechanismen: interne physikalische Wechselwirkungen innerhalb von Halbleiterübergängen und externe Umwelteinflüsse. Die genaue Identifikation des Rauschmechanismus ist der entscheidende erste Schritt zur Umsetzung effektiver Signalaufbereitungstechniken.
Analyse des internen Schrottrauschens in Halbleiterbauelementen
Schrottrauschen entsteht durch die diskrete, quantisierte Natur der elektrischen Ladungsträger, die Potentialbarrieren überwinden. Elektronen und Löcher fließen nicht als kontinuierlicher, perfekt glatter Strom, sondern Ladungsträger passieren PN-Übergänge in zufälligen statistischen Ankünften.
Die Hauptfaktoren, die die Leistung des Schrottrauschens bestimmen, sind die Elektronenladung, der Gleichstrom durch den Halbleiterübergang und die Bandbreite des Schaltkreises.
Dieses Phänomen tritt vor allem an Halbleiterübergängen in Transistoren, Optokopplern und Signaldioden auf. Hoher Gleichstrom durch kleinere Halbleitergeometrien erhöht die Schrottrauschamplitude proportional. Folglich müssen rauscharme Vorverstärker die Betriebsvorspannungsströme sorgfältig ausbalancieren, um die Einspeisung von Schrottrauschen zu minimieren.
Umgang mit niederfrequentem Flicker-Rauschen
Flicker-Rauschen, auch als 1/f-Rauschen bezeichnet, dominiert das Signalspektrum bei niedrigen Betriebsfrequenzen unter 500 Hertz. Das Einfangen und die Rekombination von Ladungsträgern an Halbleiterkristalldefekten und Materialverunreinigungen verursachen diese spektrale Störung.
Da industrielle Prozessgrößen wie Temperatur und statischer Druck sich langsam ändern, sind niederfrequente Sensorsysteme besonders anfällig für Flicker-Rauschen. Schaltungsdesigner unterdrücken Flicker-Rauschen durch den Einsatz von chopperstabilisierten Operationsverstärkern und Auto-Null-Signalaufbereitungstopologien.
Reduzierung von thermischem Rauschen in passiven Bauteilen
Thermisches Rauschen, auch Johnson-Nyquist-Rauschen genannt, entsteht durch die zufällige thermische Bewegung von Ladungsträgern in widerstandsbehafteten elektrischen Leitern. Im Gegensatz zum Flicker-Rauschen zeigt thermisches Rauschen eine gleichmäßige Leistungsdichte über alle Betriebsfrequenzen und wirkt als Weißes Rauschen.
Die gesamte Effektivspannung des thermischen Rauschens hängt von vier Schlüsselfaktoren ab: Boltzmann-Konstante, absolute Temperatur in Kelvin, äquivalenter Widerstand in Ohm und Messbandbreite in Hertz.
Da thermisches Rauschen direkt von Temperatur und Widerstand abhängt, erhöhen hohe Umgebungstemperaturen im Schaltschrank den Hintergrundrauschpegel. Die Verringerung der Eingangsquellenimpedanz und die Verengung der Signalfilterbandbreite reduzieren das gesamte thermische Rauschen effektiv.
Effekte von Transitzeitrauschen bei hohen Frequenzen
Transitzeitrauschen tritt auf, wenn Signalfrequenzen so hoch werden, dass die Elektronenlaufzeiten durch Halbleiterkanäle signifikant werden. Mit steigender Signalfrequenz nähert sich die Zeit, die ein Ladungsträger vom Emitter zum Kollektor benötigt, der Periodendauer des Signals an.
Diese Verzögerung erzeugt hochfrequente Stromkopplungen und Phasenverzögerungen zwischen Eingangsgattern und Ausgangskanälen. Hochgeschwindigkeits-Digitalfeldbuskarten und Hochfrequenz-Kommunikationsmodule erfahren dadurch erhöhtes Transitzeitrauschen, das das Signal-Rausch-Verhältnis verschlechtert.
Beseitigung von externem Übersprechen und elektromagnetischer Induktion
Übersprechen bezeichnet die externe Signalübertragung zwischen benachbarten physischen Leitern, die parallel in Kabelpritschen oder Schaltschrankbündeln verlaufen. Streukapazitive Kopplung und gegenseitige induktive Kopplung übertragen transiente Energie von Hochstrommotorleitungen auf empfindliche analoge Instrumentenleitungen.
Ingenieure eliminieren Übersprechen, indem sie Signalleitungen in verdrillten Adernpaaren mit geflochtener Abschirmung verlegen. Zusätzlich schreiben physikalische Isolationsanforderungen Mindestabstände zwischen Hochspannungsstromkabeln und Niederspannungsinstrumentenleitungen vor.
Abschirmung gegen industrielle und menschengemachte elektromagnetische Störungen (EMI)
Menschengemachtes industrielles Rauschen entsteht durch Schaltvorgänge an Hochspannungsschaltanlagen, Trägerfrequenzen von Frequenzumrichtern und Lichtbogenschweißprozesse. Breitbandige elektromagnetische Impulse strahlen von ungeschirmten Motorleitungen und ungeerdeten elektrischen Gehäusen ab.
Der Einbau von Netzreaktoren und aktiven EMV-Filtern an den Antriebsausgängen dämpft hochfrequentes Gleichtakt-Rauschen, bevor es abstrahlt. Außerdem verhindert das Erdungskonzept, bei dem Kabelabschirmungen an einem einzigen Sternpunkt geerdet werden, Masseschleifen, die Brummen in empfindlichen PLC-Analogkanälen verursachen.
Praxisbeispiel aus der Industrie: Chemische Verarbeitungsanlage
Eine präzise Durchflussmessschleife in einer chemischen Verarbeitungsanlage veranschaulicht praktische Rauschminderungstechniken:
- Physikalische Kabelisolation: Ingenieure führen 4- bis 20-Milliampere-Elektromagnetflussmesserkabel durch dedizierte geerdete Stahlrohre, die um 300 Millimeter von 480-Volt-Motorleitungen getrennt sind, um induktives Übersprechen zu verhindern.
- Thermisches Rauschmanagement: Niederohmige 250-Ohm-Präzisionswiderstände wandeln 4- bis 20-Milliampere-Stromsignale in 1- bis 5-Volt-Eingänge am PLC-Kartenmodul um und minimieren thermisches Rauschen in Hochtemperaturschränken.
- Flicker-Rauschunterdrückung: Differenzielle Eingangskanäle des DCS-Analogmoduls verwenden chopperstabilisierte Operationsverstärker, um Flicker-Rauschen bei niederfrequenten Drucksensorwerten zu eliminieren.
- Abschirmung und Erdung: Techniker erden die Gesamtfolienabschirmungen ausschließlich am Sternpunkt des Hauptschaltschranks, um Masseschleifenrauschen zu verhindern, das die Integrität der analogen Schleife beeinträchtigen könnte.
- Hochfrequenzfilterung: Aktive Tiefpass-RC-Filter an den analogen Eingängen der PLC dämpfen hochfrequente Transitzeit- und Industrie-Rauschspitzen oberhalb von 60 Hertz.
Über den Autor
Zhao Qiang ist Senior Control Systems Engineer mit über 15 Jahren technischer Erfahrung in DCS-Engineering, Signalaufbereitungsdesign und industrieller elektromagnetischer Verträglichkeit. Er hat rauscharme Instrumentennetzwerke und hochverfügbare Steuerungsarchitekturen für Öl- und Gasraffinerien, Energieerzeugungsanlagen und fortschrittliche Fertigungsbetriebe weltweit entworfen und in Betrieb genommen. Zhao Qiang veröffentlicht regelmäßig technische Whitepapers zu Erdungsbest Practices, Fehlerbehebung in analogen Schleifen und Signalverarbeitungsarchitekturen für Fachleute der industriellen Automatisierung.
- Veröffentlicht in:
- Crosstalk Noise
- Electronic Noise
- Field Instrumentation
- Industrial Automation
- PLC Signal Integrity
- Thermal Noise










