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Räumliches Computing in der industriellen Automatisierung: Verbesserung von SPS- und DCS-Abläufen mit AR und VR

  • von WUPAMBO
Spatial Computing in Industrial Automation: Elevating PLC and DCS Operations with AR and VR

Industrie 4.0 integriert digitale Intelligenz in den Betriebsablauf und verändert weltweit die Landschaft der Fabrikautomation. Räumliche Technologien – insbesondere Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) – definieren neu, wie Ingenieure mit industriellen Steuerungssystemen interagieren. Durch die Verbindung computergenerierter CAD-Modelle mit Echtzeitdaten der Betriebstechnik (OT) ermöglichen immersive Anzeigen eine intuitive Überwachung, schnelle Diagnosen und sicherere Wartungsarbeiten in komplexen Prozessanlagen.

Unterschiede zwischen immersiven VR-Umgebungen und AR-Overlay-Schnittstellen

Virtual Reality (VR) versetzt Bediener mithilfe hochauflösender Head-Mounted-Displays in vollständig simulierte digitale Zwillinge. Ingenieure interagieren mit computergenerierten Anlagenmodellen, um Layouts zu planen, Notabschaltungen zu simulieren und Steuerungsroutinen sicher zu testen. Augmented Reality (AR) hingegen legt Prozessgrafiken in Echtzeit über die reale physische Anlage. Techniker sehen kontextbezogene Systemdiagnosen mithilfe von Datenbrillen, industriellen Tablets oder mobilen Geräten direkt über den physischen Komponenten.

Optimierung von Wartungsabläufen durch Live-Prozess-Overlays

Die Integration von AR-Schnittstellen mit speicherprogrammierbaren Steuerungen (SPS) beschleunigt die Fehlersuche vor Ort erheblich. Techniker scannen physische Feldgeräte, um E/A-Status, interne Temperaturen und Verdrahtungspläne in Echtzeit einzublenden. Darüber hinaus führen schrittweise Reparatur-Overlays die Techniker durch den Austausch von Komponenten und minimieren so menschliche Fehler bei kritischen Eingriffen. Diese kontextbezogene Bereitstellung von Daten verkürzt die mittlere Reparaturzeit (MTTR) und schützt gleichzeitig die Beschäftigten in gefährlichen Betriebsumgebungen.

Revolutionierung der Bedienerschulung durch immersive VR-Simulationen

VR-Schulungsumgebungen bilden risikoreiche Prozessanlagen nach, ohne das Personal tatsächlichen physischen Gefahren auszusetzen. Auszubildende üben komplexe Anfahrsequenzen und Notfallszenarien an virtuellen Leitsystemen (DCS). Darüber hinaus validieren Steuerungstechnik-Teams SPS-Logik und Verriegelungsfunktionen virtuell, bevor die physische Inbetriebnahme beginnt. Aus meiner Erfahrung bei der Leitung von Anlagenmodernisierungen reduziert die Vorinbetriebnahme in VR Verzögerungen beim physischen Anlagenstart um bis zu 30 %.

Beschleunigung der Diagnose durch hochbandbreitige 5G-Infrastruktur

Ultrazuverlässige Kommunikation mit geringer Latenz (URLLC), ermöglicht durch private 5G-Netze, erschließt Echtzeitfunktionen für räumliches Computing. Eine drahtlose Infrastruktur mit hoher Bandbreite überträgt massive CAD-Modelle und Live-Telemetriedaten nahtlos von DCS-Servern an mobile AR-Geräte. Dadurch überwachen externe Experten Wartungsarbeiten vor Ort live und markieren Fehlerstellen in Echtzeit auf dem Display des Feldtechnikers. Dieses Modell der Fernunterstützung macht Reiseverzögerungen überflüssig und reduziert kostspielige Produktionsausfallzeiten.

Integration räumlicher Schnittstellen in die bestehende Fabrikautomation

Moderne Plattformen für räumliches Computing müssen Rendering-Engines für räumliche Darstellungen mit etablierten industriellen Kommunikationsprotokollen verbinden. OPC-UA-Server aggregieren Telemetriedaten von SPS, Leistungsschutzrelais und Überwachungsinstrumenten für Turbinen (TSI). Anschließend speist das System diese synchronisierten Daten direkt in die AR-Rendering-Software ein. Die Standardisierung der Datenstrukturen stellt sicher, dass räumliche Overlays präzise elektrische Parameter, Vibrationsmesswerte und Alarmzustände ohne wahrnehmbare Latenz anzeigen.

Praxisbeispiel: Geführte Wartung von Schaltanlagen in einem Umspannwerk

Eine Chemieanlage integrierte intelligente AR-Datenbrillen in ihr elektrisches Energieverteilungssystem, um die Wartungsabläufe an Schaltanlagen zu modernisieren:

  • Echtzeit-Overlays für den Schutz vor Störlichtbögen: Mit industriellen AR-Headsets ausgestattete Elektrofachkräfte sahen live Sammelschienenspannungen, Wärmebilddaten und aktive Zustände des Relais-Schutzes, die direkt über den physischen Schaltschränken eingeblendet wurden.
  • Schrittweise Anleitung zu Verriegelungen: Die AR-Software legte animierte Lockout-/Tagout-Sequenzen (LOTO) über die Geräteschnittstelle und zwang die Techniker, die Einschubpositionen der Leistungsschalter zu überprüfen, bevor sie Hochspannungskammern öffneten.
  • Remote-Verifizierung des DCS: Feldtechniker kommunizierten per Echtzeit-Videoübertragung mit den Bedienern der zentralen Leitwarte und überprüften Schließsignale von Schützen sofort anhand der DCS-Logik, ohne den Schaltanlagenraum zu verlassen.

Über den Autor

Liu Yang ist Senior Automation Architect mit mehr als 15 Jahren internationaler Erfahrung in der Entwicklung von SPS-, DCS- und SCADA-Lösungen für die Prozess- und Fertigungsindustrie. Seine Schwerpunkte sind die OT/IT-Konvergenz, Architekturen für das industrielle Internet der Dinge (IIoT) sowie die Integration von Werkzeugen für räumliches Computing in bestehende Steuerungsnetzwerke zur Verbesserung von Betriebssicherheit und Produktivität.


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