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Aufrüsten vs. Umstellen von SPS-Systemen: Die richtige Strategie für die industrielle Automatisierung wählen

  • von WUPAMBO
Upgrading vs. Migrating PLC Systems: Choosing the Right Strategy for Industrial Automation

In der Welt der industriellen Automatisierung dienen speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) als Rückgrat jedes Steuerungs- und Überwachungssystems. Im Laufe der Zeit erreichen selbst die zuverlässigsten SPS einen Punkt, an dem Unterstützung, Ersatzteile und Kompatibilität eingeschränkt werden. In diesem Stadium müssen Ingenieure entscheiden, ob sie die bestehende SPS  aufrüsten oder auf ein völlig neues System  umsteigen sollen. Das Verständnis des Unterschieds zwischen diesen beiden Ansätzen ist entscheidend, um Leistung zu erhalten, Ausfallzeiten zu reduzieren und die Lebensdauer des Systems zu sichern.

Warum SPS-Aufrüstungen und Umstellungen notwendig sind

Jedes Steuerungssystem hat einen Lebenszyklus. Nach mehreren Betriebsjahren kann die SPS-Hardware veraltet sein, und Hersteller stellen möglicherweise Firmware-Updates ein oder produzieren keine Ersatzteile mehr. Wenn dies geschieht, können Ausfälle zu langen Produktionsstillständen führen, besonders wenn Ersatzteile nicht verfügbar oder zu teuer sind.

Angesichts der anhaltenden Herausforderungen in den Lieferketten der industriellen Automatisierung kann die Beschaffung älterer Hardware Monate dauern. Eine vorausschauende Planung einer SPS-Aufrüstung oder Umstellung hilft, unerwartete Stillstände zu vermeiden, verbessert die Systemleistung und sichert die fortlaufende technische Unterstützung durch den Anbieter.

Verständnis der SPS-Systemumstellung

Eine SPS-Umstellung bedeutet den vollständigen Austausch eines alten Steuerungssystems durch ein neues, oft von einem anderen Hersteller oder einer anderen Produktfamilie. Dabei werden technische Faktoren wie Ein-/Ausgangskapazität, Verdrahtungsaufbau, Kommunikationsschnittstellen (Ethernet/IP, Modbus, Profibus usw.) und Prozessorgeschwindigkeit bewertet.

Während der Umstellung müssen Ingenieure die Steuerungslogik mit der Programmierumgebung des neuen Anbieters neu schreiben. Das neue Programm wird das alte möglicherweise nicht exakt nachbilden, kann aber für bessere Zuverlässigkeit und Leistung optimiert werden.

Beispielsweise liefert eine Umstellung von einer älteren Allen-Bradley PLC5 auf eine Siemens S7-1500 schnellere Ausführung, verbesserte Diagnosemöglichkeiten und nahtlose Integration in moderne SCADA- oder DCS-Systeme. Die Umstellung bietet auch die Gelegenheit, Programmiermethoden zu standardisieren und offene Kommunikationsprotokolle für zukünftige Erweiterungen zu übernehmen.

Verständnis der SPS-Systemaufrüstung

Eine SPS-Aufrüstung bedeutet, innerhalb der Plattform desselben Herstellers zu bleiben, aber auf eine neuere oder leistungsfähigere Version umzusteigen. Dies kann den Einbau einer neuen CPU, die Erweiterung von Ein-/Ausgangsmodulen oder ein Firmware-Update umfassen. Da die Hardware und Verdrahtung oft kompatibel bleiben, minimiert die Aufrüstung den Installationsaufwand, die Programmierzeit und die Ausfallzeiten.

Zum Beispiel ermöglicht eine Aufrüstung von Siemens S7-300 auf S7-1500 oder von Rockwell ControlLogix L6x auf L8x die weitere Nutzung der bestehenden Verdrahtung bei gleichzeitig verbesserter Verarbeitungsgeschwindigkeit, mehr Speicher und besseren Diagnosefunktionen. Der Prozess kann auch das Umschreiben oder Optimieren von Teilen des Steuerungsprogramms, das Entfernen veralteter Funktionen und die Verbesserung der Logikzuverlässigkeit umfassen.

Hauptunterschiede zwischen Aufrüstung und Umstellung

Aufrüstung und Umstellung verfolgen dasselbe Ziel – die Modernisierung des Systems – unterscheiden sich jedoch deutlich in der Vorgehensweise. Die Aufrüstung bleibt im selben Anbieter-Ökosystem, was eine leichtere Kompatibilität und geringeren Ingenieursaufwand gewährleistet. Sie ist in der Regel kostengünstiger und mit kürzeren Ausfallzeiten verbunden, da vorhandene Hardware und Verdrahtung weiterverwendet werden.

Die Umstellung hingegen bedeutet den Wechsel zu einem völlig neuen System oder Hersteller. Sie erfordert neue Hardware, neue Softwarewerkzeuge und eine vollständige Neuprogrammierung. Obwohl dieser Prozess komplexer und teurer ist, bietet er größere Möglichkeiten, moderne Standards zu übernehmen, die Leistung zu verbessern und langfristige Abhängigkeiten vom Anbieter zu beseitigen.

Zusammenfassend ist die Aufrüstung die praktischere Wahl, wenn der Anbieter noch Unterstützung bietet, während die Umstellung vorzuziehen ist, wenn die aktuelle Plattform veraltet oder nicht mehr unterstützt wird.

Wie man zwischen Aufrüstung und Umstellung wählt

Die Wahl der richtigen Strategie hängt von mehreren Schlüsselfaktoren ab. Wenn Ihr aktueller SPS-Hersteller noch Ersatzteile und technischen Support liefert, ist die Aufrüstung meist der beste Weg. Wenn wichtige Komponenten eingestellt oder nicht verfügbar sind, wird eine Umstellung notwendig.

Auch die Systemkomplexität und die Toleranz gegenüber Ausfallzeiten spielen eine Rolle. Große Produktionsanlagen setzen oft auf gestaffelte Aufrüstungen, um Risiken zu minimieren. Eine Umstellung kann umfangreichere Schulungen für Bediener und Ingenieure erfordern, da die neue Plattform andere Softwarewerkzeuge und Programmierkonventionen nutzen kann.

Budget und Erweiterbarkeit sind ebenso wichtig. Die Aufrüstung ist kostengünstiger für kurzfristige Anforderungen, während die Umstellung eine strategische Investition für Anlagen ist, die Lösungen des industriellen Internets der Dinge (IIoT) oder digitale Transformationsinitiativen integrieren wollen.

Beste Vorgehensweisen für einen reibungslosen Übergang

Vor Beginn einer Aufrüstung oder Umstellung sollte eine detaillierte Systemprüfung durchgeführt werden. Dokumentieren Sie alle Ein-/Ausgangslisten, Verdrahtungspläne und Kommunikationskonfigurationen. Nutzen Sie Simulationswerkzeuge, um die neue Logik vor der Anwendung im Produktionssystem zu testen. Schulen Sie alle Wartungs- und Ingenieurteams im Umgang mit der neuen Hardware und Softwareumgebung.

Planen Sie den Übergang möglichst in Phasen, um Ausfallzeiten und Betriebsrisiken zu verringern. Sichern Sie stets alle Programme, Parameter und Einstellungen vor Änderungen. Die Zusammenarbeit mit zertifizierten Systemintegratoren oder Anbieterspezialisten kann einen reibungslosen und regelkonformen Übergang zusätzlich sicherstellen.

Fachliche Einblicke: Der Trend zur hybriden Modernisierung

Aus der Praxis der Steuerungssystemmodernisierung übernehmen viele Branchen inzwischen hybride Ansätze, die Aufrüstung und Umstellung kombinieren. Dabei behalten Ingenieure oft bestehende Ein-/Ausgangsmodule oder Schaltschränke bei und ersetzen nur Steuerung und Kommunikationsmodule. Diese Strategie ermöglicht eine schnellere Umsetzung bei gleichzeitiger schrittweiser Einführung moderner Architekturen wie Ethernet-basierte SPS und integrierte DCS-Systeme.

Führende Automatisierungsunternehmen wie Siemens, Rockwell Automation und Schneider Electric bieten spezielle Umstellungstools und Kompatibilitätspakete an, die die Umwandlung von Altsystemen effizient gestalten und menschliche Fehler minimieren. Dieser Trend spiegelt den wachsenden Fokus auf nachhaltige Automatisierung und langfristiges Lebenszyklusmanagement wider.

Anwendungsszenarien

Eine Pharmafabrik rüstete von Siemens S7-300 auf S7-1500 auf, um schnellere Verarbeitung, fortschrittliche Bewegungssteuerung und integrierte Sicherheitsfunktionen ohne umfangreiche Neuverdrahtung zu erhalten. Eine Stahlproduktionslinie stellte von Modicon SPS auf Rockwell ControlLogix um und verbesserte dadurch deutlich die Vernetzung und Systemzuverlässigkeit. Eine Wasseraufbereitungsanlage setzte eine hybride Lösung ein, bei der Kommunikationsschnittstellen alte Allen-Bradley SLC Ein-/Ausgangsmodule mit neuen Steuerungen verbanden und so Ausfallzeiten während der Modernisierung reduzierten.

Fazit: Planung für nachhaltige industrielle Automatisierung

Sowohl Aufrüstungen als auch Umstellungen von SPS-Systemen spielen eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung effizienter und zuverlässiger Industrieprozesse. Die Aufrüstung ist ideal für Systeme, die noch vom Anbieter unterstützt werden und minimale Ausfallzeiten erfordern, während die Umstellung unverzichtbar ist, wenn Altsysteme das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben und neue Leistungs- oder Sicherheitsanforderungen nicht mehr erfüllen können.

Eine gut geplante Modernisierungsstrategie – gestützt auf technische Prüfungen, Beratung durch Anbieter und fachkundige Ingenieursarbeit – sorgt für reibungslose Übergänge, verbesserte Zuverlässigkeit und die Bereitschaft für zukünftige Automatisierungstechnologien. Ob Sie sich für eine Aufrüstung oder Umstellung entscheiden, proaktives Handeln heute bestimmt die Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit Ihrer Automatisierungssysteme von morgen.

 


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