Zum Inhalt springen

Wonach suchen Sie?


Das könnte Ihnen auch gefallen

Verstehen von Trockenkontakten in der SPS-Verkabelung: Ein Leitfaden für die industrielle Automatisierung

  • von WUPAMBO
Understanding Dry Contacts in PLC Wiring: An Industrial Automation Guide

Die Beherrschung der Prinzipien des Kontaktwechsels ist grundlegend für die Gestaltung sicherer und zuverlässiger Schalttafeln. In der industriellen Automatisierung kommunizieren Feldinstrumentierung und speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) über zwei Haupttypen elektrischer Kontakte: trockene Kontakte und nasse Kontakte.

In diesem umfassenden technischen Leitfaden untersuchen wir die Funktionsweise trockener Kontakte, analysieren ihre Verdrahtungsarchitekturen und bewerten ihre wichtigsten technischen Vorteile.

Definition trockener Kontakte in industriellen Steuerungssystemen

Ein trockener Kontakt (oft auch spannungsfreier oder potentialfreier Kontakt genannt) bezeichnet einen Schaltmechanismus, der keine interne Energiequelle oder Spannungspotential an den geschalteten Stromkreis liefert. Stattdessen ist der Kontakt vollständig auf eine externe Stromquelle angewiesen, um den elektrischen Kreis zu schließen.

Im Gegensatz dazu liefert ein nasser Kontakt beim Schließen eine bereits vorhandene Spannung direkt an seinen Anschlüssen. Trockene Kontakte funktionieren rein mechanisch als Schalter. Daher verwenden Steuerungstechniker sie, um unabhängige Spannungspegel zu schalten, ohne die Stromkreise zu vermischen.

Aufbau und Verdrahtungsmechanik des relaisbasierten trockenen Schaltens

Zwischen geschaltete elektromechanische Relais bieten ein klassisches Beispiel für trockenes Kontakt-Schalten. Ein Standard-Industriereleais verfügt über getrennte Steuer- (Spule) und Leistungskontakte.

  • Spulen-Steueranschlüsse (A1 & A2): Empfangen das primäre Steuersignal (z. B. 24 V DC von einem SPS-Ausgang), um den internen Elektromagneten zu erregen.
  • Gemeinsamer Anschluss (COM): Nimmt eine unabhängige externe Spannungsquelle auf (z. B. 120 V AC, 24 V DC oder potentialfreie Schleifenversorgung).
  • Normalerweise offen (NO): Leitet die COM-Spannung nur weiter, wenn die Spule erregt ist.
  • Normalerweise geschlossen (NC): Leitet die COM-Spannung weiter, wenn die Spule nicht erregt ist.

 

Der Spulenkreis des Relais ist galvanisch vollständig vom Schaltkreis der Kontakte getrennt. Dadurch kann eine 24 V DC-Spule problemlos einen 120 V AC-Motorschutzschalter schalten, ohne Steuer- und Leistungspotentiale zu vermischen.

Technische Vorteile trockener Kontakte im SPS-Ein-/Ausgangsdesign

Architekturen mit trockenen Kontakten bieten deutliche betriebliche Vorteile für die Fabrikautomatisierung und das Steuerungsdesign.

Technischer Parameter Architektur trockener Kontakte Betrieblicher technischer Vorteil
Elektrische Isolation Vollständige galvanische Trennung zwischen Steuerung und Last Verhindert Spannungsspitzen, die empfindliche SPS-E/A-Karten beschädigen könnten
Spannungsflexibilität Schaltet AC-, DC- oder potentialfreie Signale beliebig Ermöglicht nahtlose Schnittstellen zwischen unterschiedlichen Spannungsstandards
Fehlerbehebung & Sicherheit Das Abschalten des Lastkreises lässt die Steuerkreise intakt Ermöglicht sichere Diagnosetests an einzelnen Teilkreisen

Praxisbeispiel: Schnittstelle zwischen Gebäudeautomation und DCS

In einer Schwerindustrieanlage benötigte ein primäres Distributed Control System (DCS) mit 24 V DC Start-/Stopp-Signale von einer Fremdanlage für Kühlwasser, die mit einem 110 V AC-Steuertransformator arbeitete.

Eine direkte Verdrahtung des 110 V AC-Signals in das digitale Eingangsmodul des DCS hätte die 24 V DC-Karte zerstört. Stattdessen leitete das Installationsteam das 110 V AC-Signal über die Spule eines Zwischenrelais. Der trockene NO-Kontakt des Relais schaltete dann einen sauberen 24 V DC-Kanal zurück zum DCS-Eingang.

Diese einfache Barriere mit trockenem Kontakt gewährleistete vollständige elektrische Isolation, eliminierte Masseschleifen und schützte die teure DCS-Hardware vor möglichen Spannungsspitzen im Wechselstromnetz.

Technischer Kommentar zu Trends bei der Kontaktwahl

„In 15 Jahren Inbetriebnahme von Steuerungssystemen in Kraftwerken und petrochemischen Anlagen habe ich festgestellt, dass falsche Kontaktwahl über 30 % der Felddiagnoseprobleme verursacht. Während Halbleiter-Nasskontakte hohe Schaltgeschwindigkeiten bieten, bleiben mechanische trockene Kontakte aufgrund ihrer echten physischen Trennung der absolute Goldstandard für sicherheitsrelevante Verriegelungen zwischen Systemen.“

Moderne Automatisierungsarchitekturen kombinieren häufig trockene Kontakte mit intelligenten Sicherheitsrelais, um SIL-bewertete sicherheitsgerichtete Funktionen (SIF) zu erfüllen. Überprüfen Sie stets die Kontaktspezifikationen – wie vergoldete Kontakte für Niedrigstromsignale – um Kontaktoxidation über lange Betriebszeiten zu vermeiden.

Über den Autor

Huang Junjie ist Senior Industrial Automation Specialist mit über 15 Jahren Praxiserfahrung. Er ist spezialisiert auf SPS-, DCS-, TSI- und Schutzsystemarchitekturen in Schwerindustrie und Energiesektor. Huang Junjie verfasst regelmäßig technische Dokumentationen, Whitepapers und Feld-Fehlerbehebungsanleitungen für führende Plattformen der Industrieautomatisierung.


Zurück