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Absicherung von SCADA-Systemen in der Industrieautomation

  • von WUPAMBO
Securing SCADA Systems in Industrial Automation

Umweltschutz für SCADA-Geräte

SCADA-Geräte müssen widerstandsfähig gegen Staub, Feuchtigkeit und korrosive Stoffe sein. Gehäuse mit der Schutzart IP66 (EN 60529) oder NEMA Typ 4 werden empfohlen. Wenn Kühlanforderungen solche Gehäuse verhindern, sollten alternative Schutzmaßnahmen ergriffen werden. In der Praxis beeinträchtigt oft eine mangelhafte Installation die Gehäuseintegrität, was zu Ausfällen führt.

Brandschutz in Leitständen

Leitstände sollten trockene Löschmittel oder doppelt verriegelte Voralarm-Sprinkleranlagen verwenden. Diese Systeme verringern das Risiko von versehentlichen Wasserschäden. Viele Anlagen setzen noch auf veraltete Wassersprinkler, die empfindliche Elektronik stärker schädigen können als das Feuer selbst.

Schutz vor elektronischen Bedrohungen

SCADA-Systeme sind Risiken durch Spannungstransienten, Funkstörungen, EMP und Erdpotentialunterschiede ausgesetzt.

  • Installieren Sie Transient Voltage Surge Suppression (TVSS) gemäß den Normen ANSI C62.34 und IEEE 1100.

  • Verwenden Sie Lichtwellenleiterkabel für die Kommunikation zwischen Anlagen, um Transienten- und Abhörrisiken zu minimieren.

  • Setzen Sie einheitliche Erdungskonzepte ein, um elektrische, Blitzschutz- und Signalreferenzsysteme zu integrieren.

Abschirmung gegen Funkstörungen

Industriestandorte erzeugen oft starke HF-Signale. Geschirmte verdrillte Leitungen, metallische Rohrleitungen und RFI-abgedichtete Gehäuse helfen, Störungen zu reduzieren. Zudem werden RFI-geschirmte Leitstände zunehmend in sicherheitskritischen Anlagen eingesetzt.

EMP-Schutzstrategien

Elektromagnetische Impulse (EMP) können ungeschützte SCADA-Komponenten außer Betrieb setzen. Beste Praktiken umfassen:

  • Unterbringung der Geräte in HEMP-geschirmten Gehäusen.

  • Anwendung des Prinzips Waveguide below cutoff für Lichtwellenleiter- und Pneumatikdurchführungen.

  • Sicherstellung, dass Abschirmmaterialien mindestens 100 dB Dämpfung bieten.

Physische Sicherheitsmaßnahmen

SCADA-Hardware sollte in gesicherten Bereichen mit manipulationssicheren Gehäusen untergebracht sein.

  • Anschlusskästen und Rohrleitungen müssen verschlossen und versiegelt sein.

  • Manipulationsschalter sollten Sicherheitssysteme bei unbefugtem Zugriff alarmieren.

  • Sicherheitspersonal muss geschult sein, um neue Bedrohungen wie tragbare Funkwaffen zu erkennen.

Absicherung von Kommunikationsnetzwerken

Netzwerkverbindungen setzen SCADA-Systeme Risiken wie Hacking, Abhören, Datenabfang und Denial-of-Service-Angriffen aus.

  • Vermeiden Sie externe Verbindungen, wann immer möglich.

  • Wenn unvermeidbar, nutzen Sie Datenverschlüsselung, Lichtwellenleiter und Einweg-Datenverkehrskonzepte.

  • Verbindungen zu Dienstleistern sollten physisch getrennt sein, wenn sie nicht genutzt werden.

Softwareverwaltung und Dokumentation

Ein Software-Management- und Dokumentationssystem (SMDS) gewährleistet die Kontrolle über SCADA-Anwendungen. Es bietet:

  • Zentrale Speicherung von Konfigurationsdateien.

  • Nachverfolgung von Benutzeraktivitäten und Änderungsmanagement.

  • Schnelle Wiederherstellung nach katastrophalen Ereignissen.

Dies verhindert Versionskonflikte und unautorisierte Änderungen, die in komplexen Steuerungssystemen häufig vorkommen.

Anwendungsszenarien

  • Kraftwerke: Lichtwellenleiterkommunikation reduziert transiente Fehler in Umspannwerken.

  • Chemische Anlagen: EMP-Abschirmung sichert den Betrieb bei gefährlichen Vorfällen.

  • Militärische Einrichtungen: SMDS-Systeme gewährleisten Verantwortlichkeit und Widerstandsfähigkeit gegen Cyber-Sabotage.

Einblick des Autors

Die Zukunft der SCADA-Sicherheit liegt in der Integration – der Kombination von physischen Schutzmaßnahmen, elektronischer Abschirmung und fortschrittlicher Cybersicherheit. Zu oft werden diese Bereiche getrennt behandelt, was ausnutzbare Lücken hinterlässt. Ein einheitlicher Ansatz, unterstützt durch Normen wie IEEE 1613 und ANSI C37.90, ist entscheidend für eine widerstandsfähige Fabrikautomation.


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